ON THE MOTHER ROAD
Gestern Abend haben wir noch eine nette Kneipe direkt an der Eisenbahn in Flagstaff gefunden. Zuerst konnten wir einen von den ellenlangen Zügen vorbeifahren sehen, wir dachten er hört nie auf. In der Bar gibt es einen Trainshot für 2 Dollar, aber nur solang der Zug vorbeirauscht.
Flagstaff ist etwas größer als ich dachte und da wir nur noch an Kleinstädte gewöhnt sind, machen wir doch keine große Einkaufstour sondern gehen gleich on the road. In Williams machen wir eine Pause, bummeln durch die Geschäfte und kaufen noch unsere Grand Canyon T-shirts.
Wir sind zwar nicht mit einer Harley unterwegs, wollen aber dennoch ein Stück auf der historischen Route 66 fahren. Die „Mutter der Straßen“ wurde in 1926 als einer der ersten Highways eröffnet und führte über 2448 Meilen von Chicago nach Los Angeles. Sie gehört zur Geschichte Amerikas, ein Symbol für Freiheit und Mobilität. In den 30er Jahren zur Zeit der furchtbaren Sandstürme erfolgte ein Massenexodus über die Straße aus dem mittleren Westen Richtung Kalifornien, während des zweiten Weltkrieges entstanden beim Straßenbau Tausende Arbeitsplätze und sie wurde immer mehr zur Konkurrenz der Eisenbahn. Später war es der Tourismus, der die Straße immer mehr nutzte, viele Amerikaner konnten nun im wärmeren Californien überwintern.
Entlang der Straße wurden Tankstellen, Motels und Geschäfte gebaut und winzige Orte entwickelten sich zu boomenden Zielen. In den 60er Jahren begann allerdings Eisenhower die Route 66 durch einen vierspurigen Highway zu ersetzen, die neuen Interstates überlagerten teils die alte Straße oder umfuhren die Strecke weitläufig.
Das bedeutete für viele Unternehmen und ganze Orte den Ruin.
Allen Träumen von Freiheit zum Trotz wurde die „Mütter aller Straßen“ 1985 von der offiziellen Liste der Highways gestrichen. Die Straße und die Geschäfte verfielen immer mehr, bis der Friseur Angel Delgadillo aus Seligman, einem Kaff in der Wüste Arizonas, den ersten Route 66-Fanclub gründete. Danach gründeten sich mehr Vereine zum Schutz der Route 66 und der Staat erklärte die „Historic Route 66“ zum nationalen Kulturerbe. So sind weite Teile der historischen Straße auch heute noch das Traum-Ziel vieler Touristen, besonders der Motorradfans. Haben wir nicht alle in der Jugend geträumt von dem großen Abenteuer, der Freiheit und einem Leben ohne Konventionen, wie wir es in "Easy Rider" auf der Leinwand erlebt haben ?
Wir fahren den Abschnitt von Seligman bis Kingman und dann weiter über Oatman bis Needles, unserem heutigen Tagesziel.
In Hackberry, einer ehemaligen Silber-Minenstadt, finden wir ein cooles Museum, den General Store. Von außen wirkt er wie eine verlassene Tankstelle, tatsächlich bietet er viel zum Ansehen und das volle Route 66 Programm an Souvenirs.
Durch Kingman fahren wir nur durch, die Zeit läuft uns etwas weg und wir wollen doch nach Oatman. Dieses Stück der Route 66 ist nun wirklich spannend zu fahren, über viele Kurven die Berge rauf und runter, manchmal bekomm ich hier eine leise Panik aber es sind ja nicht viele Autos auf der Straße. Tatsächlich sind wir auch schon viel höhere Serpentinen gefahren, ohne Angst.
Dann stehen die ersten Esel an der Straße und schauen ins Auto
Und der Pool ist sehr schön und das Beste... Direkt vor unserer Zimmertür.
Hier sitzen wir nun um 20 Uhr bei 30 Grad. Ich hatte noch nie so einen schönen Platz zum Blog schreiben. Herrlich!
Gefahrene Meilen: 237
Wir übernachten im Rodeway Inn in Needles
Stichworte zum Hotel: sehr sauber, groß, Pool direkt vor der Zimmertür, guter Wasserdruck, komplettes Frühstücksbüffett, da Rodeway Inn und Quality Inn gemeinsam sind... Quality aber teurer, gut dass ich das nicht gebucht habe, hatte drüber nachgedacht.

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