Zurück......Rückblick und Gedanken
Wie schon damals in Chile begreifen wir erst langsam, dass die Western- und Siedlerfilme, die wir gesehen haben, keine Märchen sondern schon gewissermaßen Rückblenden auf die Geschichte USAs sind. Und diese Geschichte hat nicht wie bei uns im Mittelalter oder irgendwann vor langer Zeit stattgefunden sondern ist zum Teil nicht viel älter als wir selber. Das wird klar, wenn wir irgendwo die angekündigte "historische Altstadt" suchen und diese stammt aus den 60er Jahren. Unser historisches Hotel in Lone Pine wurde in den 20er eröffnet, das ist für uns auch nicht sehr alt. Wenn man durch dieses weite Land fährt, ist es unvorstellbar, wie die Siedler irgendwo hingekommen sind und es wird klar, dass die Trecks oft Monate oder Jahre bis zum Ziel gebraucht haben, da sie ja immer erst den weiteren Weg vorbereiten bzw. bauen mussten.
Ehrlich gesagt, hatte ich nach dem Lesen von Hotelbewertungen ein wenig Bammel vor irgendwelchen Krabbeltieren im Zimmer, aber das haben wir nicht einmal erlebt. Zum Glück haben wir auch keine Schlange getroffen, aber auch keinen 🐻... Den hätte ich schon gerne gesehen und sowohl Sequioa wie auch die Gegend um den Lake Tahoe ist Bärengebiet.
Aber nochmal zurück zu den Hotels: wir haben 20 verschiedene Hotels gebucht und nur Eines davon war wirklich mies. Sonst waren wir immer zufrieden, bzw. irgendwas war besonders schön, mal war es das Bad, mal war es der Pool etc. Interessant ist, dass wir häufig ein Handicapzimmer hatten...🤔 Wir sind wohl doch schon ganz schön alt. 😜Der fast tägliche Zimmereinzug und - Auszug hatte sich mit Hilfe zweier Taschen schnell eingespielt. Lustig war immer der Austausch über die Gegebenheiten des Zimmers. Das fing immer an, mit der Frage, wie die Kaffeemachine funktioniert und endete mit dem Bericht desjenigen, der zuerst geduscht hatte... Wie ist der Wasserdruck, wird es richtig warm, wie funktioniert die Armatur? Besonders die letzte Frage war sehr wichtig, unglaublich wie viele verschiedene Armaturen es in USA gibt und wie unpraktisch viele davon sind. An die niedrigen Badewannen statt Duschtasse haben wir uns schnell gewöhnt, an die meist nicht vorhandene Handbrause (außer in den Handicap-Zimmern) schon weniger und an die zum Teil furchtbar niedrigen 🚽 schon gar nicht.
Der Rückflug war übrigens nicht schön. Die Maschine nach Amsterdam war wirklich total voll und wir saßen in einer Dreierreihe. Das machen wir nicht wieder, dann lieber Gangplätze. Der lange Aufenthalt in Amsterdam war sehr angenehm, da ich die KLM Lounge gebucht hatte. Das hat sich gelohnt, es war sehr ruhig dort, die Getränke lecker....wir konnten endlich wieder einen Portwein trinken... das Essen auch und ein Schläfchen war auch drin.
Andre hat uns abgeholt und im Maritim konnte ich noch meinen verlorenen Ehering abholen. Die ersten Tage zu Hause waren wir nicht richtig in der Welt. Und länger als 10 Tage waren wir beide jede Nacht wieder in USA unterwegs, meistens in der Wüste. Das haben wir noch nach keiner Reise erlebt, da sieht man, wie viele Eindrücke noch verarbeitet werden mussten.
Jetzt, 4 Wochen nach der Rückkehr sind wir froh und glücklich, dass wir diese Reise machen konnten und gemacht haben. Wenn wir nun ein Filmchen bei youtube sehen, wissen wir, dass es noch viel mehr zu sehn gibt, aber ... wie haben wir von Anfang an gesagt: es gibt soviel Tolles, man kann nicht alles sehen und wir freuen uns, dass wir einen Teil erleben durften. Wir werden diese Reise sicher nie vergessen.



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